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Ein ganz normaler Tag

Autor: LisaMarieAppel | Datum: 03 April 2017, 17:40 | 0 Kommentare

Ein Jahr im Ausland ist nicht nur Abenteuer, sondern auch viel einfach Alltag, natürlich in gewissen Punkten ein anderer, als man ihn aus Deutschland kennt, aber nach einiger Zeit ähnlich gleichbleibend. Darum berichte ich heute mal von einem ganz normalen Tag und somit auch mal ein bisschen mehr von meiner Arbeit an der Schule.

Ich darf morgens zum Glück meistens etwas länger schlafen und muss nicht immer jeden Tag um halb acht zum Schulbeginn dort sein.

Trotzdem werde ich fast jeden Tag um 7 Uhr wach, wenn alle anderen im Haus aufstehen, Frühstücken (es gibt immer Toast mit Pflaumenmarmelade) und zur Arbeit/Schule fahren.

Um halb 8 beginnt der Schulalltag mit der Parade oder einer Morgenandacht. Die Schüler*innen müssen sich in Reih und Glied um einen Platz aufstellen, wie ungerade diese Reihen sind entscheidet dann bereits über die ersten Schläge am Tag, wie die Schulkleidung aussieht über die nächsten.

Dann singt die ganze Schülerschaft mit der Hand auf dem Herzen die Schulhymne. Es folgen Anweisungen eines älteren Schülers, woraufhin alle Schüler*innen einen Schritt zur Seite machen oder sich umdrehen. Der Sinn dahinter hat sich mir bis heute nicht erschlossen. Dann wieder die Hand aufs Herz und die Nationalhymne singen. Jeden Morgen muss dann ein Kind eine Rede über ein Thema halten und dazu eine Frage des Schulleiters beantworten.

Zum Abschluss wird das Tanzanialied gesungen und während „We are marching in the light of god“ marschieren die Kinder im Gleichschritt in die Klassenräume. In der zweiten Strophe wird besungen, dass sie Soldaten in der Arme Gottes seien und nicht nur dadurch wird bei mir regelmäßig eben ein solch militärer Eindruck erweckt, weshalb ich mich nicht allzu wohl dabei fühle.

Wenn es keine Parade gibt, gibt es eine Morgenandacht in der Speisehalle, wo statt der Lieder über Tegemeo und Tanzania Lieder aus dem Gesangbuch gesungen werden.

Wie aber bereits gesagt, liege ich zu diesem Zeitpunkt meist noch in meinem Bett.
Nach dem Aufstehen und frühstücken sitze ich, bis ich los muss, am Laptop und tippe die wöchentlichen Tests für die kommende Woche ab.

Ein Taxi fährt mich dann einen Großteil der Strecke zur Schule und die restlichen zehn Minuten laufe ich an einer Menge Bananenstauden vorbei, wenn ich nicht zufällig jemanden treffe, der mich dann mit dem Auto mitnimmt, da gegenüber von der Schule das Büro der Kirche ist und somit viele Leute, die ich kenne, mit dem Auto den Weg hochfahren.

An der Schule angekommen, lasse ich mich informieren, ob es irgendwelche Änderungen am Tagesablauf gibt. Spontane Meetings, Vorbereitungen, Gäste oder was auch immer. Dies gibt es nämlich sehr häufig. Auch wenn ich nachfrage, heißt es nicht, dass ich vor solchen Überraschungen gewarnt bin, aber die Wahrscheinlichkeit steigt.

Dann gehe ich, wenn nichts anderes ansteht, in meinen Klassenraum und unterrichte dort. Eine Schulstunde geht 40 Minuten und vergeht meist sehr schnell.

Das Unterrichten macht mir generell viel Spaß, ist aber leider etwas eintönig. Denn Ziel des Unterrichts ist es, das Lehrbuch auswendig zu lernen. Auswendig lernen sie aber nur, was in ihren Heften steht. Also besteht der Unterricht viel aus Frontalunterricht, Dinge aus dem Buch an die Tafel schreiben und dieses abschreiben lassen.

Meistens habe ich zwei Unterrichtsstunden am Tag, wo mehrere Stunden zwischen liegen. Also setze ich mich dann hin und überlege mir die 150 Fragen für die Tests, die ich wöchentlich vorbereiten muss oder bereite die nächsten Unterrichtsstunden vor, bis ich wieder in eine Klasse darf.

An drei Tagen die Woche habe ich dann in der letzten Stunde (16:10 – 17:00 Uhr) noch eine Testaufsicht, wobei diese allerdings fast immer ausfallen, da die Lehrer ihre Tests nicht vorbereitet haben. Und wo kein Test ist, kann ich keine Testaufsicht führen.

Danach laufe ich wieder zur Straße, um dort ein Taxi zu nehmen. Dann treffe ich mich meist mit Freunden, Besuche irgendjemanden oder erledige etwas in Kayanga. Die Aktivitäten mit Freunden sind hier relativ begrenzt, weshalb es meist auf ein gemeinsames Kochen hinausläuft, was aber eine willkommene Abwechslung in meinem Speiseplan ist und viel Spaß macht. Wenn ich etwas vermisse, dann meine Freiheit zu kommen und gehen, wann ich will und die Entscheidung treffen zu können, wann ich was esse.

Wenn ich nicht unterwegs bin, sondern den Abend zu Hause verbringe, spiele ich mit den Kindern UNO oder Mikado mit Buntstiften. Danach setze ich mich immer mit Liam, der Großen von den dreien, hin, um mit ihr Mathe zu üben und ihr alles noch einmal genau zu erklären, da sie einige Schwierigkeiten in der Schule hat.

In der Schule gibt es immer Reis mit Bohnen in einer Sauce, die ich nicht mag, weshalb ich dort meistens nichts esse oder nur ein wenig trockenen Reis. Darum freue ich mich meist aufs Abendessen, welches aus Gerichten mit Kochbananen, Bohnen, Fleisch, Fisch, Reis, einer Art Spinat und manchmal Kartoffeln oder Nudeln besteht.

Nach dem Abendessen gehe ich auf mein Zimmer und gegen zehn schlafe ich meistens.

So sieht grob ein völlig normaler Tag für mich aus.

Häufig sorgt aber die Schule oder die Diözese dafür, dass ich spontan irgendwohin muss, Veranstaltungen geplant werden, Dinge ausfallen oder durch was anderes ersetzt werden und so wird es zumindest nicht langweilig, auch wenn es manchmal störend und anstrengend ist.

 

Diese Woche sind Examination, also schreibt die ganze Schule zwei Tage lang nur Klausuren, die beaufsichtigt werden müssen, nicht spannend, aber muss sein. Dann setzen sich zwei Tage lang allle Lehrer zusammen und korrigieren alle Klausuren (zehn Fächer bei sieben Klassen mit je fünfzig Fragen). Am Freitag werden die Ergebnisse ausgehangen und die Schule wird aufgeräumt, da im Anschluss daran zwei Wochen Osterferien sind und die Kinder für diese Zeit alle zu ihren Familien fahren werden.

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