VEM-Freiwillige   2017/2018   2016   2015   2014   2013   2012   2011   2010   2009 

Bianca  |  Charlotte  |  Hannah N  |  Hannah S  |  Jannika  |  Jolanthe  |  Jost  |  Jonathan  |  Julia P  |  Julia W

Katharina  |  Laura Fe  |  Lennard  |  Linda  |  Lisa  |  Momo  |  Rebekka  |  Sarah G  |  Sarah N  |  Sina  |  Svenja

Menu:

Archiv

Blog durchsuchen:

20. April 2017

Autor: LisaMarieAppel | Datum: 20 April 2017, 15:47 | 0 Kommentare

Heute vor einem Jahr saß ich im Archiv der VEM in Wuppertal, gebeugt über einer Menge Zeitungsartikel und Dokumente, die für meine Bachelor Thesis gelesen werden wollten.

Als plötzlich Rhoda, die Betreuerin des Freiwilligenprogramms ins Archiv kam und dieses nach ein paar gestotterten Sätzen wieder verließ und mich etwas verwirrt zurück ließ. Eine halbe Stunde später kam sie noch einmal rein, mit der Nachricht, dass ich nicht auf die Philippinen fahren dürfe, wie ich es mir so sehr gewünscht hatte und wofür ich zunächst die Zusage der VEM bekommen hatte.

Stattdessen wurde mit Kayanga angeboten, eine Stelle, die ungefähr all das hatte, was ich nicht wollte. Eine Grundschule, eine Gastfamilie und das ganze in Afrika und dann so weit weg vom Meer, wie man in Tansania nur vom Meer weg sein kann. Ich war sehr unglücklich und eine Woche mit vielen Tränen und Zweifeln begann, ob ich mich trotzdem für dieses Abenteuer entscheiden oder ob ich nicht doch in Deutschland bleiben und meinen Master beginnen sollte.

Allerdings glaube ich, dass gerade eine so große Entscheidung nicht alleine getroffen wird und ich bin der festen Überzeugung, dass Dinge schon einen Sinn haben, wie sie laufen und es reizte mich, herauszufinden, warum ich denn nun nach Tanzania geschickt werden sollte und was dort auf mich wartete. Also entschied ich mich dafür, auch wenn ich bis zur Abreise noch immer nicht ganz überzeugt war, ob dies die richtige Entscheidung war.

 

Nun bin ich hier und es sind 8 Monate des Jahres schon um.

Ob ich noch häufig an die Philippinen denke? Ja. Ständig. Besonders zu Beginn habe ich mir häufig ausgemalt, wie es da wohl gewesen wäre. Allerdings habe ich versucht diese Gedanken zu unterbinden, denn ich bin ja noch nie da gewesen und habe somit auch keine Ahnung, was ich dort vorgefunden hätte und wie zufrieden ich dort gewesen wäre. Ich glaube, dass ich die Philippinen ziemlich idealisiere und deshalb plane ich dort in den nächsten zwei Jahren für ein paar Wochen hinzufahren, damit ich die Chance habe da zu sein, es mir anzugucken und somit meinem Wunsch zumindest ein bisschen nachzukommen.

Ich bemühte mich also, nicht so häufig daran zu denken, denn auf welcher Basis träumte ich dort. Stattdessen versuchte ich aus diesem Jahr so viel mitzunehmen, wie es nur ging. Auch wenn mir das nicht an allen Ecken so einfach gemacht worden ist und ich mich mehr als einmal gefragt habe, warum ich hier gelandet bin und ich hätte nicht zu allen Zeitpunkten gesagt, dass ich mich noch einmal für Tanzania entschieden hätte.

 

Aber ich bin angekommen. Ich bin hier angekommen und auch wenn ich noch immer nicht sagen würde, dass ich hier „mein Land“ gefunden habe, es ist schön hier zu sein und es fühlt sich gerade richtig an. Ich darf so viel erleben und lernen, habe so viele tolle Menschen kennen gelernt, die zum Teil auch aus Deutschland kommen, aber wer weiß, ob wir uns dort begegnet wären. Ich habe bisher Freiwillige aus Schweden, Dänemark, der Schweiz und den USA kennen gelernt und einige Freundschaften aufgebaut. Ich habe eine Menge Tanzanier kennen gelernt und darf bei einer Familie wohnen, die mir mittlerweile sehr wichtig ist.

 

Ich kann (noch) nicht sagen, was der Grund für mein Hier sein ist.

Aber ich kann sagen, dass ich es nicht bereue mich dafür entschieden zu haben, auch wenn sich manchmal der Gedanke einschleicht, dass ich mich in vielen Aspekten der tanzanischen Kultur, wie ich sie hier erlebe, nicht wohl fühle und ich weiß auch noch nicht, ob ich nochmal wieder kommen will. Aber für den begrenzten Zeitraum, den ich hier verbringen darf, ist es in Ordnung und ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit bekommen habe und hier eine Menge lernen darf.

Und wer weiß, wie es auf den Philippinen gewesen wäre. Das werde ich mir noch angucken, aber bis dahin gucke ich mir Bananenstauden an, die mit ein bisschen Fantasie, auch wie Palmen aussehen.

«Neuerer Eintrag | Älterer Eintrag»

 

 

Kommentare

 

 

Kommentar Verfassen

 This is the ReCaptcha Plugin for Lifetype