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Neue Aufgaben

Autor: LisaMarieAppel | Datum: 24 Mai 2017, 10:01 | 0 Kommentare

Es gibt von zwei sehr schönen Aufgaben zu berichten und da ich ja eher weniger positiv über meine Arbeit an Tegemeo berichte, möchte ich euch gerne davon erzählen, damit ihr seht, dass ich auch sehr schöne Aufgaben gefunden habe.

 Seit dem 15.05. darf ich drei Schwestern aus Nkwenda, die ab September für ein Jahr nach Bielefeld gehen dürfen, unterrichten. Ich lehre ihnen ein paar Grundlagen der deutschen Sprache und treffe mich dafür zwei Stunden pro Tag mit ihnen.

Die drei sind super nett und ich verstehe mich sehr gut mit ihnen, sie haben großes Interesse die schwierige Sprache zu lernen und lassen sich nicht so schnell entmutigen, was mir sehr viel Freude bereitet. Da sie ab Juni einen einmonatigen Sprachkurs in Dar es Salaam haben werden, beschränke ich mich eher weniger auf die Grammatik, als auf Vorstellungen, Wegbeschreibungen, Einkaufen gehen und all so etwas. Es fallen immer wieder große Unterschiede zum Leben hier auf, weshalb es einiges zu erklären gibt, was mir in Deutschland immer völlig selbstverständlich war, aber durch meine Erfahrungen hier, weiß ich, dass es so nicht für alle Menschen ist und ich bemühe mich einige Unterschiede zB in der Art wo und wie man einkauft vorweg zu nehmen, damit die drei einen guten Start in Deutschland haben.

Leider geht dieser Unterricht nur zwei Wochen, was ich sehr bedauere, da ich in dieser Aufgabe etwas gefunden habe, was mir sehr viel Spaß macht und mir neue Motivation für meine Arbeit gibt. Auch für meine Arbeit an Tegemeo gibt es mir neue Kraft, denn dadurch, dass ich mich täglich auf das Unterrichten der Schülerinnen freue, fällt es mir leichter mit den Enttäuschungen an Tegemeo umzugehen.

 

Eine weitere tolle Aufgabe habe ich an einer anderen Schule gefunden. Die Primary School Hosiana ist ein Stück außerhalb von Kayanga und ebenfalls eine private Schule, allerdings nicht in der Hand der Kirche, wird zu einem Großteil aus Deutschland finanziert und befindet sich noch im Aufbau und hat bisher deshalb nur 40 Kinder und geht bis Klasse drei. Die Schüler*innen an der Schule bauen fast alles, was sie essen selber an, als Teil des Unterrichtes, was ich sehr sinnvoll finde, da hier jede Familie ein Feld hat, um selber ein paar Lebensmittel anzubauen. Dies ist also ein sehr wichtiges Wissen hier. Außerdem gibt es somit sehr abwechslungsreiches Essen, was mir auch sehr gut gefällt, wenn ich im Gegensatz dazu an Tegemeo denke, wo es nur Maisbrei mit Bohnen gibt.

Des Weiteren erzeugt das viele Grün eine tolle Atmosphäre. An der Schule darf nicht geschlagen werden und es liegt ausdrücklich der Fokus darauf, das Wohl der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen und sie zu denkenden Menschen zu erziehen.

Gestern (23.05.) begann dort mein neues Projekt. Ich gebe Trainings für die Lehrer, gestern haben wir 2 ½ Stunden einen regen Austausch über Unterrichtsmethoden gehalten. Denn dieses Training ist nicht darauf ausgelegt, dass ich mich dort als Expertin nach vorne stelle und etwas erzähle, sondern vielmehr darauf, einen Pool von Möglichkeiten zu sammeln, der mit den Erfahrungen der sechs tansanischen Lehrer, die alle aus unterschiedlichen Regionen kommen, und mit meinen Erfahrungen gefüllt werden soll. So können wir alle etwas voneinander lernen und uns gegenseitig bereichern.

Die Lehrer*innen sind unglaublich nett, waren sehr interessiert und es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Ich habe mich nach den paar Stunden an der Schule dort schon wesentlich wohler gefühlt als in den 9 Monaten an Tegemeo. Auch dort hätte ich mir diesen Austausch mit den Lehrern gewünscht, aber sobald ich so etwas anschneide, wird mir deutlich gemacht, dass daran kein Interesse besteht, da ich erstens noch zu jung sei und zweitens so lange ich die Schüler*innen nicht schlage auch über kein pädagogisches Wissen verfüge. Eine Basis für einen Austausch oder ein gegenseitiges lernen habe ich da bis heute nicht gefunden und die Motivation danach zu suchen ist mittlerweile auch erloschen. Also halte ich da meine Stunden und konzentriere mich sonst lieber auf Projekte, die woanders statt finden und wo ein Interesse vorhanden ist.

Nächste Woche wird es den nächsten Teil des Trainings geben, das dann Lernspiele thematisieren soll. Ich freue mich schon sehr darauf und bin mir sicher, dass ich nun einige Zeit an dieser tollen Schule verbringen werde, zum Beispiel sind auch schon Nachmittagsangebote und Aktionen für einen Samstag oder Sonntagnachmittag geplant, was an dieser Schule möglich wäre, da den Kindern dort Freizeit und spielen erlaubt ist, etwas, was ich auch anders an Tegemeo erlebe.

 

Wie bereits erwähnt gehen die drei Schwestern Anfang nächster Woche nach Dar es Salaam, was das Ende meines Deutschuntterichtes bedeutet. Außerdem sind bald Ferien, weshalb in der Zeit dann auch keine weiteren Trainings statt finden können. Die Weiterführung dessen ist aber ab Juli, wenn die Schulen wieder auf haben, geplant.

Diese zwei Aufgaben tun mir aber gerade sehr gut und ich freue mich sehr, dass ich endlich etwas zu tun habe, wo ich das Gefühl habe willkommen zu sein und meine Arbeit auch sinnvoll ist und nicht völlig überflüssig bzw. arbeitswegnehmend.

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